Die Leber ist ein großes Stoffwechselorgan. Eine Verfettung verursacht häufig lange keine Beschwerden und kann auch bei unauffälligen Leberwerten bestehen.
Von einer Fettleber, medizinisch Steatosis hepatis, spricht man, wenn sich in mindestens fünf Prozent der Leberzellen Fett angesammelt hat.
Besteht der Verdacht auf eine Fettleber, werden neben den Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten auch Alkoholkonsum, eingenommene Medikamente, Stoffwechselerkrankungen, weitere Vorerkrankungen und familiäre Vorbelastungen erfragt.
Blutwerte und Berechnungsmodelle geben zusätzliche Hinweise: Der Fatty-Liver-Index, kurz FLI, schätzt anhand von BMI, Taillenumfang, Triglyzeriden und GGT die Wahrscheinlichkeit einer Leberverfettung. Der FIB-4-Index nutzt Alter, AST, ALT und Blutplättchen, um das Risiko einer fortgeschrittenen Vernarbung der Leber abzuschätzen.
Im normalen Ultraschall erscheint eine deutlich verfettete Leber als helles Gewebe. Eine leichte Verfettung mit weniger als etwa 20 bis 30 Prozent betroffenen Leberzellen ist nicht zuverlässig erkennbar.
Fettleber trotz unauffälliger Leberwerte?
Eine Fettleber kann bestehen, obwohl GPT, GOT und GGT im Normbereich liegen. Diese Blutwerte zeigen vor allem eine Schädigung oder Reizung der Leberzellen an, nicht jedoch zuverlässig die Menge des eingelagerten Fettes. Unauffällige Leberwerte schließen daher weder eine Fettleber noch eine fortgeschrittene Vernarbung sicher aus.
Auch ein normaler Standardultraschall kann eine leichte Leberverfettung übersehen. Bei entsprechenden Risikofaktoren können deshalb weitere Untersuchungen sinnvoll sein.
Der FIB-4-Index schätzt das Risiko einer fortgeschrittenen Vernarbung. Ein FibroScan kann die Lebersteifigkeit messen und mithilfe des CAP-Wertes zusätzliche Hinweise auf eine Verfettung geben.
In besonderen Fällen lässt sich der Fettanteil mittels MRT mit spezieller Fettmessung (MRI-PDFF) genauer bestimmen.

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