Gua Sha und Schröpfen sind traditionelle Behandlungsverfahren, die vor allem bei muskulären Verspannungen und schmerzhaften Bewegungseinschränkungen eingesetzt werden. Beide Methoden stimulieren Haut, Bindegewebe und Muskulatur, unterscheiden sich jedoch in ihrer Anwendung.
Gua Sha stammt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin und wird in ähnlicher Form auch in anderen asiatischen Heiltraditionen angewendet. Dabei führt die Ärztin oder der Arzt ein glattes Instrument mit sanftem bis mäßigem Druck wiederholt über die Haut.
Verwendet werden je nach Körperregion unterschiedlich geformte Instrumente, beispielsweise aus Jade, Quarz, Horn oder Porzellan.
Die Behandlung regt die lokale Durchblutung an und kann dazu beitragen, verspannte Muskulatur und verklebtes Bindegewebe zu lockern. Häufig verbessert sich dadurch auch die Beweglichkeit der behandelten Region.
Während der Behandlung können deutliche Rötungen oder kleine punktförmige Einblutungen entstehen. Diese Hautreaktionen sind vorübergehend und klingen meist innerhalb weniger Tage wieder ab.
In einer deutlich sanfteren Form wird Gua Sha heute auch im Bereich der Gesichts- und Hautpflege eingesetzt.
Beim Schröpfen werden glockenförmige Schröpfköpfe aus Glas oder Kunststoff auf die Haut gesetzt. Durch den entstehenden Unterdruck werden Haut und darunterliegendes Gewebe leicht angehoben und intensiv stimuliert.
Je nach Beschwerdebild können verschiedene Formen angewendet werden:
- Trockenes Schröpfen: Die Schröpfköpfe bleiben für einige Minuten auf ausgewählten Hautarealen.
- Schröpfkopfmassage: Die angesaugten Schröpfköpfe werden über die Haut bewegt.
- Blutiges Schröpfen: Die Haut wird vor dem Aufsetzen der Schröpfköpfe oberflächlich angeritzt. Diese Methode wird nur bei ausgewählten Indikationen angewendet.
Das Schröpfen fördert die lokale Durchblutung, lockert das Gewebe und reduziert muskuläre Spannungen.
Typische Anwendungsbereiche sind Beschwerden und Verspannungen im Rücken-, Nacken- und Schulterbereich. Auch beim Schröpfen können durch den Unterdruck vorübergehend kreisrunde Rötungen, punktförmige Einblutungen oder Blutergüsse entstehen. Diese Hautveränderungen klingen normalerweise innerhalb einiger Tage wieder ab.
Bei Blutverdünnern, Blutgerinnungsstörungen oder sehr empfindlicher Haut sollte besonders vorsichtig beziehungsweise gegebenenfalls nicht geschröpft werden.
Welche Methode angewendet wird, richtet sich nach den Beschwerden, dem Untersuchungsbefund und der individuellen Hautempfindlichkeit.

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