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Atmen im Zehn-Sekunden-Takt – inspiriert von Verdis musikalischen Phrasen

Musikhören beeinflusst Emotionen, Nervensystem, Herz-Kreislauf-System und Atmung.🎶

Im Alltag neigen viele Menschen dazu, unbewusst zu schnell und flach zu atmen, was das Stressniveau zusätzlich erhöhen kann. Eine bewusst verlangsamte Atmung wirkt diesem Muster entgegen und unterstützt die körperliche und mentale Entspannung.

Die Forschungsgruppe um Luciano Bernardi untersuchte unter anderem Verdis Gefangenenchor aus Nabucco und das Trinklied aus La Traviata. Dabei zeigte sich eine auffällige Nähe musikalischer Phrasen zu einem Rhythmus von etwa zehn Sekunden.

Für den Alltag lässt sich dieses Prinzip mit langsamer Atmung verbinden: Atmen Sie fünf Sekunden ein und fünf Sekunden aus – möglichst ruhig in den Bauch und ohne Druck. So entstehen sechs Atemzüge pro Minute. Üben Sie dies drei bis fünf Minuten lang.

Was Studien über Klang, Atmung und Regulation zeigen

Langsames Atmen mit etwa sechs Atemzügen pro Minute liegt bei vielen Menschen in einem Bereich, in dem sich der Körper besonders gut regulieren kann. Atmung, Herzschlag und Blutdruck beginnen, sich feiner aufeinander abzustimmen – die Herzfrequenzvariabilität steigt, was als Zeichen einer flexibleren Stressverarbeitung gilt.

Die Arbeitsgruppe um Luciano Bernardi hat gezeigt, dass Musik nicht einfach „beruhigt“ oder „aktiviert“. In ihren Untersuchungen mit Werken von Verdi, Puccini, Bach, Beethoven und in früheren Arbeiten auch Vivaldi reagierten Herzschlag und Atmung deutlich auf die musikalische Dynamik. Steigende Spannung in der Musik führt zu messbarer Aktivierung, ruhigere Passagen oder Pausen lassen den Körper wieder herunterfahren – teils sogar unter das Ausgangsniveau.

Das Entscheidende ist wohl weniger der Komponist als das Prinzip: Musik ist ein zeitlicher Verlauf aus Spannung und Entspannung. Genau das kann man bewusst nutzen.

Alles Walzer?
Auch der Donauwalzer wurde wissenschaftlich untersucht: In einer kleinen kontrollierten Studie senkte zehnminütiges Hören bei jungen Erwachsenen die Herzfrequenz und den diastolischen Blutdruck.

Wenn Sie auf Musik verzichten möchten, lassen Sie Naturklänge wie Meeresrauschen oder sanften Regen den Atem begleiten. Die gleichmäßigen Geräusche tragen zur Reduktion der Anspannung bei, während die ruhige Atmung das Nervensystem beim Erreichen eines ausgeglichenen Zustandes unterstützt.

https://www.art-science-krems.at/2023/12/21

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16199412/ Bernadi et al., 2005.

https://www.academia.edu/5009881/Dynamic_interactions_between_musical_cardiovascular_and_cerebral_rhythms_in_humans

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