In Studien stiegen bei schnellerem Tempo und einfachen Rhythmen Atmung, Blutdruck und Herzfrequenz an. Gleichzeitig nahmen die Flussgeschwindigkeit in der mittleren Hirnarterie und die Baroreflex-Sensitivität vorübergehend ab. Das bedeutet, dass der rhythmisch ausgelöste Anstieg von Puls und Blutdruck kurzfristig weniger stark gegengeregelt wurde.
Ein schnelles Tempo wirkt somit wie ein äußerer Taktgeber. Der Körper kann sich teilweise an den Rhythmus ankoppeln, wodurch das sympathische Nervensystem stärker aktiviert wird und Atmung und Kreislauf hochfahren.
Musik beeinflusst unsere Physiologie dynamisch: Schnelle, einfache Rhythmen fördern eher eine Aktivierung. Besonders interessant ist die Pause danach. In der Stille nach schneller Musik sanken Blutdruck, Herzfrequenz und Atmung teils unter den ursprünglichen Ruhewert.
Die tiefste Entspannung resultierte also nicht nur aus sanfter Musik, sondern auch aus dem Wechsel von Stimulierung und Ruhe.
Rhythmus bringt den Körper in Bewegung, während Stille ihm hilft, wieder herunterzufahren.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16199412/ Bernadi et al., 2005.
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