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Warum die Waage nicht den ganzen Fortschritt zeigt

Eine aktuelle Studie mit 175 übergewichtigen oder adipösen Erwachsenen untersuchte den Zusammenhang zwischen dem Verlust von viszeralem Fettgewebe – also dem Fett tief im Bauchraum und rund um die Organe – und verschiedenen Stoffwechselwerten.

Die Teilnehmenden wurden danach eingeteilt, ob sie kein viszerales Fett, weniger als 5 Prozent oder mindestens 5 Prozent verloren hatten. Bereits eine Reduktion um mindestens 5 Prozent war mit deutlichen gesundheitlichen Vorteilen verbunden. Dazu gehörten ein geringerer Taillenumfang sowie günstigere Werte bei HDL-Cholesterin, Triglyceriden und HbA1c.

In derselben Studie wurde auch das Nüchterninsulin untersucht. Eine größere Menge an viszeralem Fett zu Studienbeginn war mit höheren Nüchterninsulinwerten und einer stärkeren Insulinresistenz verbunden. Ein Verlust von mindestens 5 Prozent des viszeralen Fettgewebes führte innerhalb des dreimonatigen Beobachtungszeitraums allerdings nicht zu einer statistisch signifikanten Verbesserung des Nüchterninsulins.

In einer aktuellen MRT-Auswertung mit 572 Teilnehmenden war die Verringerung des viszeralen Fettgewebes – unabhängig vom gesamten Gewichtsverlust – mit niedrigeren Nüchterninsulinwerten und einer verbesserten Insulinresistenz verbunden.

Eine weitere randomisierte Studie untersuchte 34 adipöse Erwachsene im Alter zwischen 60 und 75 Jahren. Nach acht Wochen hatte die kohlenhydratarme Gruppe rund 22,8 Prozent ihres viszeralen Fettes verloren, die fettarme Vergleichsgruppe dagegen nur etwa 1 Prozent. Gleichzeitig verbesserten sich in der kohlenhydratarmen Gruppe sowohl das Nüchterninsulin als auch die mit einem aufwendigen Clamp-Verfahren gemessene Insulinsensitivität deutlicher.

Viszerales Fett lässt sich auf unterschiedliche Weise beschreiben:

Der VAT-Anteil zeigt, wie groß der Anteil des viszeralen Fettes im Verhältnis zum gesamten Bauchfett ist. Ein hoher Anteil steht besonders häufig mit einem ungünstigen Blutfettprofil in Verbindung – beispielsweise mit erhöhten Triglyceriden und einem niedrigeren HDL-Cholesterin.

Die VAT-Fläche beschreibt dagegen die tatsächliche Menge des viszeralen Fettes. Sie spiegelt während einer Gewichtsabnahme offenbar besser wider, wie stark Entzündungsprozesse, Blutzuckerregulation und Insulinresistenz belastet sind.

Das Fett direkt unter der Haut, das sogenannte subkutane Fettgewebe, scheint dagegen teilweise als vergleichsweise sicherer Energiespeicher zu dienen. 

Die Waage zeigt nicht immer den gesamten gesundheitlichen Fortschritt. Auch wenn sich das Körpergewicht nur wenig verändert, können ein kleinerer Taillenumfang sowie bessere Werte bei HDL-Cholesterin, Triglyceriden, HbA1c und Nüchterninsulin darauf hinweisen, dass gesundheitlich relevantes inneres Bauchfett abgebaut wurde.

Literatur:

Abdullah SR, Nur Zati Iwani AK, Ahmad Zamri L, Wan Mohd Zin RM, Abu Seman N, Zainal Abidin NA, Hamzah SS, Azizul NH, Omar A, Seman Z, Yahya A and Md Noh MF (2025) Visceral adiposity loss is associated with improvement in cardiometabolic markers: findings from a dietary intervention study. Front. Endocrinol. 16:1576599. doi: 10.3389/fendo.2025.1576599

Goss AM, Gower B, Soleymani T, Stewart M, Pendergrass M, Lockhart M, Krantz O, Dowla S, Bush N, Garr Barry V, Fontaine KR. Effects of weight loss during a very low carbohydrate diet on specific adipose tissue depots and insulin sensitivity in older adults with obesity: a randomized clinical trial. Nutr Metab (Lond). 2020 Aug 12;17:64. doi: 10.1186/s12986-020-00481-9. PMID: 32817749; PMCID: PMC7425171.

Klein, H., Zelicha, H., Meir, A.Y. et al. Correction: Visceral adipose tissue area and proportion provide distinct reflections of cardiometabolic outcomes in weight loss; pooled analysis of MRI-assessed CENTRAL and DIRECT PLUS dietary randomized controlled trials. BMC Med 23, 92 (2025). https://doi.org/10.1186/s12916-025-03939-w

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