Kreatin ist eine physiologisch relevante Substanz, die eine zentrale Rolle in der Energieversorgung von Muskel- und Nervenzellen spielt. Es wird im menschlichen Körper aus den Aminosäuren Arginin, Glycin und Methionin gebildet, vor allem in Leber, Niere und Pankreas. Zusätzlich erfolgt die Aufnahme über die Ernährung, insbesondere über tierische Lebensmittel wie Fleisch und Fisch.
Obwohl der Körper Kreatin selbst synthetisieren kann, ist die verfügbare Menge häufig nicht ausreichend, um den Bedarf vollständig zu decken. Dies gilt insbesondere bei erhöhter körperlicher oder kognitiver Belastung sowie im zunehmenden Alter.
Kreatin wird in der Muskulatur überwiegend als Kreatinphosphat gespeichert und dient dort als schnell verfügbare Energiequelle für kurzfristige, intensive Belastungen. Eine Supplementation kann die Muskelkraft und Leistungsfähigkeit verbessern sowie die Regeneration unterstützen. Diese Effekte gelten in der Literatur als gut belegt.
Auch im zentralen Nervensystem spielt Kreatin eine Rolle, da Nervenzellen einen hohen Energiebedarf haben. In diesem Zusammenhang gibt es Hinweise darauf, dass Kreatin kognitive Funktionen wie Arbeitsgedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit unterstützen kann. Die Datenlage zu Effekten hoher Einzeldosen von Kreatin auf die kognitive Leistungsfähigkeit ist begrenzt.
Kreatin zählt zu den am besten untersuchten Nahrungsergänzungsmitteln und gilt bei gesunden Erwachsenen in empfohlener Dosierung als sicher. Die Wirkung beruht auf einer schrittweisen Sättigung der Gewebe, weshalb eine regelmäßige Einnahme entscheidender ist als der exakte Einnahmezeitpunkt. Eine tägliche Zufuhr von etwa 3 bis 5 Gramm wird in der Literatur als effektiv beschrieben.
Nebenwirkungen sind selten und meist mild. Gelegentlich können gastrointestinale Beschwerden oder Muskelkrämpfe auftreten, insbesondere bei unzureichender Flüssigkeitszufuhr.
Im Hinblick auf die Nierenfunktion zeigen die verfügbaren Daten, dass eine langfristige Einnahme in üblichen Dosierungen bei gesunden Personen nicht mit einer strukturellen Nierenschädigung assoziiert ist.
Die Supplementierung von Kreatin kann zu einer passageren Erhöhung des Serumkreatinins führen und dadurch eine eingeschränkte Nierenfunktion vortäuschen. Die Interpretation entsprechender Laborwerte sollte daher im klinischen Kontext erfolgen.
Personen mit bestehenden Nierenerkrankungen oder unklarer Nierenfunktion sollten eine Einnahme vorab ärztlich abklären.
Im klinischen Kontext kann Kreatin nicht nur für sportlich aktive Menschen relevant sein, sondern auch im Rahmen von Rehabilitation, bei muskuloskelettalen Beschwerden sowie zur Unterstützung des altersbedingten Muskelerhalts.

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