Nach Infekten können Beschwerden länger anhalten: zum Beispiel Erschöpfung, Brain Fog, Schlafstörungen, innere Unruhe, Atembeschwerden, Verdauungsprobleme, Appetitlosigkeit, Durchfall oder Stimmungsschwankungen.
Akupunktur, Moxibustion und Akupressur können hier ergänzend eingesetzt werden. Sie wirken nicht direkt gegen Viren, sondern sollen die Selbstregulation des Körpers unterstützen.
Moderne Erklärungsansätze beschreiben mögliche Effekte auf:
- vegetatives Nervensystem
- Stress- und Schlafregulation
- Immunsystem und Entzündung
- Durchblutung
- Schmerzverarbeitung
- Darmfunktion und Stimmung.
Gerade bei Long COVID können mehrere Körpersysteme gleichzeitig betroffen sein. Deshalb kann Akupunktur als Teil eines multimodalen Behandlungskonzepts sinnvoll sein – besonders bei Erschöpfung, Schlafproblemen, innerer Unruhe, Verdauungsbeschwerden, Atemmusterstörungen oder vegetativer Dysregulation.
Wichtig: Die wissenschaftliche Evidenz ist bisher noch begrenzt. Akupunktur ersetzt keine medizinische Abklärung, kann aber helfen, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
Akupunktur wirkt bei chronischen oder postinfektiösen Beschwerden meist nicht durch eine einzelne Behandlung, sondern schrittweise über mehrere Sitzungen. Die Anzahl richtet sich nach dem Beschwerdebild und dem Verlauf. Häufig wird zunächst eine Serie von mehreren Behandlungen geplant; nach 3–5 Sitzungen wird überprüft, ob eine Veränderung erkennbar ist und ob die Therapie fortgesetzt werden sollte.
Literatur:
Feng BW, Rong PJ. Acupoint stimulation for long COVID: A promising intervention. World Journal of Acupuncture and Moxibustion. 2023. doi: 10.1016/j.wjam.2023.05.012. PMID: 37363407; PMCID: PMC10232723.

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